BFH-Urteil: Geldregen für Studenten?

In der Presse stand es schon, der Bundesfinanzhof hat eine seit 2004 geltende Regelung gekippt. Diese verbot den steuerlichen Abzug von Ausbildungskosten für die erste Berufsausbildung, also auch für das Erststudium. Diese Regelung ist nun als ungültig erklärt worden, so dass ihr eure Kosten für die Ausbildung nun steuerlich als vorgezogene Werbungskosten geltend machen könnt.

Die meisten Studenten zahlen keine Steuern, daher können sie sich diese Kosten als Verlustvortrag anrechnen lassen. Dies geht bis zu 5 Jahre in die Vergangenheit, so dass hier schnell einige Tausend Euro zusammen kommen können. Angerechnet wird dieser Verlustvortrag auf euer erstes Einkommen im Job, so zahlt ihr vermutlich in der ersten Zeit gar keine Steuern!

Das klingt zu schön, um wahr zu sein? Richtig, ein paar Haken gibt es schon.

1.       Ihr müsst jetzt natürlich immer eure Steuererklärung machen, das kostet Zeit und Nerven.

2.       Ob das Urteil durch die Finanzämter umgesetzt wird steht in den Sternen. Sollten sie dies ablehnen, müsst ihr immer wieder Widerspruch einlegen, bis es dazu eine endültige Entscheidung gibt.

3.       Dieser Verlustvortrag wird nur akzeptiert, wenn ihr hinterher auch in dem von euch angestrebten Beruf arbeitet. Fällt eure Berufswahl nach dem Studium anders aus, ist das Geld futsch.

Wie man sieht, gibt es noch eine Reihe Wenns und Abers. Sollte das Urteil aber umgesetzt werden, und einige Parteien befürworten dies inzwischen, geht es hier um schlicht viel zu viel Geld um es liegen zu lassen.

Also: Motiviert euch und macht die Steuererklärung! ;-)

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10,034 Antworten zu “BFH-Urteil: Geldregen für Studenten?”

  1. Flo sagt:

    Ich hätte ein paar Fragen zu meinem Fall. Studium 2006 begonnen, während dieser Zeit 2 Notebooks, 1 PC und ein paar Bücher gekauft. Darüberhinaus 11 Semester den Semesterbeitrag und 2 Semester die Studiengebühren bezahlt. Wohnung bei den Eltern kann ich nicht anrechnen aber sicherlich die Fahrkosten für 44 KM pro Strecke oder?

    Was kann ich davon geltend machen, gibt es möglicherweise noch weitere Punkte welche angerechnet werden können.
    Wie mache ich das rückwirkend geltend?

    Vielen Dank :-)

  2. Alex sagt:

    Hallo Flo,

    nun bin ich kein Steuerberater, aber die Studiengebühren sowie Fahrtkosten kannst du auf jeden Fall anrechnen. Darüber hinaus natürlich Kosten für Lehrmittel wie Bücher oder Computer. Ob nun alle 3 Rechner absetzbar sind, stelle ich allerdings in Frage, da gibt es denke ich Regelungen dazu. (nachzufragen beim Finanzamt! ;-) )

    beste Grüße

    Alex

  3. Flo sagt:

    Super danke dir.
    Habe eben mit dem Finanzamt telefoniert, die waren schon sehr genervt :-)
    “Das würde eh nicht erfolgen und da wird noch ein Riegel vorgeschoben”
    Auf jeden Fall muss man die 5 jährige Frist beachten.
    Das heißt sollte es wirklich umgesetzt sein, kann man ab dann 5 Jahre rückwirkend sich die Beträge anrechnen lassen.
    Würde es 2011 noch rechtswirksam also ab 2007.
    Realistischer wäre allerdings, falls es wirklich nicht gestoppt wird, 2012 und dann wären nur noch Beträge von 2008 wirksam.

    Am Ende ist mal wieder der Bürger der gearschte, wie immer :-)

  4. Flo sagt:

    Das heißt also jetzt braucht man noch nichts einreichen, sondern erst wenn es durch ist und rechtswirksam. Realistisch wäre dann möglicherweise 2008.
    Das steht ja ein wenig im Konflikt mit deinem Beitrag oben.

    In wie weit habt ihr denn ne Sicherung zu den Aussagen im Beitrag vorliegen? Vielleicht will man vom Finanzamt aus auch nur abblocken.

  5. Alex sagt:

    Sicher ist derzeit noch gar nichts, außer dass das Finanzamt abblocken wollen wird. Die Situation ist ein wenig wie vor ein paar Jahren, als die Regelung gekippt wurde, dass die ersten 20 km Arbeitsweg nicht anrechenbar wären.

    Am Ende war es dann so, dass rückwirkend nur diejenigen die ersten Kilometer angerechnet bekommen haben, die in den Vorjahren Widerspruch eingelegt hatten und /oder unter Vorbehalt akzeptiert hatten. So ähnlich könnte es hier auch laufen.

    Insgesamt ist das Urteil der blanke Horror für die Finanzämter, es bedeutet einen riesigen Mehraufwand bei gleichzeitigen Steuerausfällen. Dass die nicht begeistert sind: kein Wunder!

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